Luxemburger Wort: Belgien lockt und straft

Mit dem Haushaltsgesetz 2017 reformiert die belgische Regierung die Kapitalbesteuerung. Sie plant die Abgabe auf den Kauf und Verkauf von Wertpapieren zu erhöhen und auszuweiten. Aus Luxemburger Sicht ist ein Punkt von Bedeutung: Künftig sollen die "taxe sur les opérations en bourse" auch auf Geschäfte erhoben werden, die Belgier im Ausland tätigen.
Luxemburg verliert an Attraktivität

Denis-Emmanuel Philippe, Steueranwalt bei der Kanzlei Bloom Law und Dozent an der Universität Liège, sieht darin auch eine Herausforderung für die Luxemburger Banken, deren Kunden diese neue Abgaben zahlen müssen. Aus seiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten: „Entweder müssen die Luxemburger Banken die Abgabe für den belgischen Staat erheben oder sie werden gezwungen sein, ihren Kunden bei der Erstellung einer getrennten Steuererklärung zu helfen“, erklärt Philippe.

„Bisher umgingen viele vermögende Belgien diese Abgabe, indem sie die Börsengeschäfte über ihre Luxemburger Bank abwickelten“, betont der Steueranwalt. Wird die Abgabe auch für Transaktionen in Luxemburg erhoben, verlöre der Finanzplatz an Attraktivität, glaubt er.

Für Denis-Emmanuel Philippe ist der Hintergedanke der belgischen Regierung klar: „Sie will ihre Bürger dazu verleiten, ihr Vermögen zurück ins Land zu bringen. Dafür spreche die steuerliche Regularisierung, die im Sommer beschlossen worden sei, sowie der automatische Informationsaustausch ab 2017, so der belgische Anwalt.

„Ein Anleger, der in Belgien wohnt, profitiert demnach als Kunde einer belgischen Bank von einer größeren Diskretion“, erklärt Philippe.


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